Goldrush City

Rezension aus der
Spielbox 1/02
(Februar 2002)


Goldrush City existiert noch gar nicht, wenn wir mit dem Spiel beginnen. Wir, das sind die mehr oder weniger glücklichen Goldsucher, die heim Schürfen auf ein paar Nuggets gestoßen sind. Die haben wir jetzt in Form von Goldsack-Spielkarten auf der Hand. Das Kartenglück kann uns hier gleich zu Beginn mit sehr unterschiedlichen Reichtümern ausgestattet haben.
Das Geld investieren wir in den Aufbau der Stadt. Von einem City-Kartenstapel werden Karten aufgedeckt. Sind es Baumaterialien (Holz oder Steine), werden sie unter den Spielern versteigert. Manche der Karten verlangen, dass weitere aufgedeckt werden, dann kommen ganze Wagenladungen als Paket unter den Hammer. Doch der Kartenstapel hält auch ein paar Überraschungen bereit. Banditen beispielsweise, die wir später für Gemeinheiten gegen unsere Mitspieler einsetzen können. Oder Ereignisse, deren Auswirkungen ausgewürfelt werden.
Nach der Versteigerung hat ein Spieler die Wahl zwischen mehreren Aktionen.
Beispielsweise kann er ein Haus bauen. Dazu braucht er natürlich die entsprechenden Baumaterialien, die er sich zuvor ersteigert hat. Er braucht aber auch eine Baugehehmigung und Werkzeug. Beides kann er sich einfach nehmen, doch ist das jeweils eine separate Aktion. Auch Dynamit ist im Angebot. Damit lassen sich gegnerische Gebäude in die Luft sprengen - ob's klappt, wird ausgewürfelt.
Waren alle am Zug, gibt's neues Gold. Wobei sich der Autor dafür noch ein besonderes Spiel im Spiel mit einem separaten Kartenstapel ausgedacht hat.
Das Spiel endet, wenn die Westernstadt eine gewisse Größe erreicht hat. Für die Gebäude gibt's Punkte - wer die meisten erreicht, wird zum Bürgermeister ernannt und gewinnt das Spiel. Aber das kann dauern - so lange, dass nicht jeder bereit ist, bis zum Ende mitzuspielen.
Goldrush City ist ein typisches Bier-und-Brezel-Spiel, schnell erklärt, abwechslungsreich. Die Goldrausch-Atmosphäre wurde sehr treffend und in vielen Details eingefangen. Und zweifellos hat man an diesem lockeren und einfallsreichen Kartenspiel auch seinen Spaß. Zunächst jedenfalls. Bei einer Spieldauer von mehreren Stunden allerdings scheiden sich am Ende die Geister...

Knut-Michael Wolf