In
80 Karten
um die Welt

Rezension von Spotlight on Games
(November 2003)




In 80 Karten um die Welt ist ein Renn-Brettspiel, das aus Karten ausgelegt wird.
Die jahre, in denen ich Spiele von Krimsus Krimskrams-Kiste gespielt habe, haben ihre subtil-einmalige Natur offenbart. Ihr Ziel ist es einfach nur Spaß zu haben ohne dass man es dem Spieler aufzwingt, wie es bei Party-Spielen häufig der Fall ist. Auf der anderen Seite ist dieser Humor viel sanfter als die beissende Satire von Cheapass Games. Stattdessen eröffnen diese kleinen Schachteln eine grundlegende Atmosphäre, wobei es an den Spielern liegt, den Rest des Spaßes beizusteuern, ganz wie es ihrer Persönlichkeit entspricht. Dies ist der Art von Spielfreude nicht unähnlich, die man bei einer gutgeführten Rollenspielrunde erlebt, nur eben mit viel weniger Regeln.
In diesem von Jules Verne inspirierten Spiel lenken die Spieler ihre seltsamen WaLaMobs (Wasser-Land-Mobile) über die verschiedenen Landschaften der Welt, umgeben von farbenfrohen Charakteren und lächerlicher Ausrüstung, inklusive außergewöhnlicher Waffen wie dem Sprengballon und dem Erdtorpedo. Es gibt viele unpassende Spielmöglichkeiten, wie zum Beispiel einen Ortskundigen auf einer Ziege, der einem trotzdem eine Abkürzung über den Ozean zeigen kann. Absolut widersinnig, aber absolut passend in diesem Steampunk-Umfeld. Der Spielmechanismus entspricht im Grunde dem des Kartenspiels Take That! mit einigen Extra-Regeln, die das Aufrechterhalten des immer weiter absinkenden Kesseldrucks regeln. In diesem Bereich habe ich auch die beiden einzigen Einwände gegen dieses Spiel.
Der erste bezieht sich nur auf Nicht-Deutsche, die vielleicht nicht in der Lage sind, die Karten zu lesen. Dieses Spiel benutzt schon viel mehr Symbole als in früheren Jahren, und das ist eine große Hilfe, aber unglücklicherweise gibt es immer noch einige Karten, die nur aus Text bestehen.
Das andere Problem ist, dass es manchmal umöglich sein kann, die nötigen Kohle-Karten zu ziehen, um den Druck im Kessel zu erhöhen, und ohne das gibt es praktisch keine Optionen und Bewegungen mehr. Vielleicht kann hier eine Hausregel helfen, die es den Spielern erlaubt mehr Karten abzuwerfen [siehe hierzu Tipps & Tricks; Sandfox].
Wie immer zeigen die Karten von Carta Mundi Illustrationen, die gleichermaßen gutaussehend und humorvoll sind. Wenn man dieses Spiel so einsetzt, wie es gedacht ist, kann die richtige Gruppe zweifellos viel Spaß damit haben.
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Richard Heli

Aus dem Englischen übersetzt von Ralf Sandfuchs